Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen

Rock am Kanal

„Sterben“ oder „Tod“ sind Tabuthemen, die leider in unserer heutigen Gesellschaft an den Rand gedrängt werden, bis man ihnen irgendwann nicht mehr ausweichen kann. Irgendwann trifft es einen und man muss sich damit auseinandersetzen. Ein Todesfall betrifft immer mehrere Personen, meistens die Familie, Freunde und Arbeitskollegen. Da viele mit ihrer eigenden Trauer beschäftigt sind, können sie andere nicht begleiten. Meistens sind es die Kinder die zurückbleiben und Hilfe benötigen.

“Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen” ~ Maria Montessori

Kinder trauern anders als Erwachsene. Mit Wut, Angst, Stille, Lachen, körperlichen Beschwerden, Leistungsabfall und vielem mehr.
Kinder sollten mit ihrer Trauer nicht allein gelassen werden, aber oft fällt es ebenfalls betroffenen Erwachsenen schwer, darüber zu sprechen und die Kinder fühlen sich dann überfordert und allein gelassen.

Um die Bezugspersonen zu schonen, vermeiden Kinder ihrerseits oft direkte, klare Fragen und verdrängen ihre Trauer.

Durch meine Erfahrungen der letzten Jahre wurde mir bewusst, wie wichtig eine Kindertrauergruppe im sozialen Umfeld der betroffenen Kinder und Familien ist.
Eine Gruppe kann die Trauer nicht “Wegzaubern”, aber sie kann sie erträglicher gestalten, Mut zum Weitermachen geben und Erfahrungen anderer Kinder widerspiegeln, die sich vielleicht schon länger mit dem Thema befassen. Sie kann einen Weg aufzeigen, wie es weitergeht.

Kinder sind anderen Kindern gegenüber offen und aufgeschlossen. Ein geschützter Raum, in dem sie ihren Gefühle und Erinnerungen durch kreatives Arbeiten mit Materialien oder Texten Ausdruck geben können, hilft dabei, sich zu öffnen, zuzuhören und vielleicht zu verstehen.

Oft werden Kinder einfach übersehen, da sie ihre Trauer ganz anders ausdrücken, als es Erwachsene gewohnt sind. Das heißt aber nicht, das sie nicht trauern.

Ich freue mich sehr, mit Unterstützung und unter dem Dach der “Kinderhilfe – Hilfe für krebs- und schwerkranke Kinder e.V.” hier in unserer Region eine Kindertrauergruppe aufbauen zu dürfen.
Da wir noch am Anfang stehen, benötigen wir noch viel Unterstützung. Es werden Ehrenamtliche gesucht, die sich zum / zur Trauerbegleiter/in ausbilden lassen möchten und uns dann unterstützen. Wir benötigen Material- und Geldspenden, denn leider bekommen Kindertrauergruppen keinerlei finanzielle Unterstützung von den Krankenkassen oder dem Staat.
Projektpaten, die an einzelnen Tagen mit den Kindern kreative Projekte gestalten, sind herzlich willkommen.

Das Durchschnittsalter wird sich nach den Anfragen richten, wahrscheinlich wird es zwischen 6 und 11 Jahren liegen. Aber auch jüngere oder ältere Kinder sind willkommen.
Informationsgespräche sind ab sofort möglich, gerne können Sie einen Termin vereinbaren.

Unseren ersten öffentlichen Auftritt als zukünftige “Kindertrauergruppe in Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow” hatten wir am 1.9.2018 bei ” Rock am Kanal” in Teltow. Diese Benefizveranstaltung wird jedes Jahr von Michael Ritter und Thorsten Höricke organisiert, zur Unterstützung von Förderprojekten der Region in der Kinder- und Jugendarbeit.
Viel Zuspruch, gute Wünsche und auch aktive Angebote begleiteten uns durch diesen tollen Tag.

Am 7.10.18 werden wir auf dem “Markt der Möglichkeiten” im Rahmen des Teltower Stadtfestes auf jede Frage gerne antworten und freuen uns auf interessierte Eltern, Pädagogen und Kinder.

Es ist nicht ganz einfach, sich mit solch persönlichen Themen an Fremde zu wenden. Wir möchten Sie ermuntern, genau dies bei uns zu wagen, denn es ist besonders wichtig, dass sich niemand in seiner Trauer alleine gelassen fühlt.

2018-09-20T10:27:32+00:00

Kommentar gewünscht?